ABC of Differences Canada (west 2008)

A wie Asiaten
Speziell in Vancouver ist mir mehrmals aufgefallen, wie gross der Anteil der asiatischen Menschen ist. Wirklich gewaltig!

B wie Begrüssung
Anstelle von drei Küsse gibt man sich hier ein “Hug”, sprich, eine Umarmung. Natürlich eher weniger im formellen Bereich, wie geschäftlichen Angelegenheiten oder sportliche Gesten (Hockeyspieler nach einem Spiel) sondern eher im informellen Bereich wie unter Kollegen so üblich.

C wie Coffee
In jeder Ecke gibt es am Morgen Kaffee zum kaufen. Seit ich hier bin habe ich wahrscheinlich soviel Kaffee getrunken wie wohl in meinem ganzen Leben noch nicht.

D wie Drive Thru
In der Stadt gibt es tausende Drive Thru. Das bedeutet, wie bei uns der Mac einen Drive-In hat, hat hier fast jeder laden ein Drive Thru. Es gibt X Food Lädli, wo man schnell etwas zum essen bekommt; Tim Hortons, A&W, Mac, BurgerKing, Boston Pizza, SubWay: nur um ein paar zu nennen…$

E wie Essen
Hier sind die Essgewohnheiten grundsätzlich anders. Am Mittag wird nur ein Lunch genommen, am Abend wird “richtig” gegessen. Braucht so seine Zeit, bis(s) man sich an all das gewöhnt hat. Beim Essen im allgemeinen wartet niemand auf den Anderen. Jeder isst für sich und legt los und hört auf wenn es ihm passt.

F wie Fahren-im-angetrunken-Zustand
Anscheinend gibt es hier nicht genug Geld für die Alkohol-Blas-Geräte von der Polizei, darum nimmt es hier keiner so genau mit den 0.8 Promill-Grenzwert (eigentlich ist sich keiner so sicher wie viel es wirklich ist, ganau gleich mit dem Natel, alle sagen, es sei eigentlich schon erlaubt während der fahrt am Steuer, oder?). Darum fallen Polizeikontrollen immer sehr einfach aus, wie beispielsweise einer Linie entlang laufen oder sich selbst mit beiden Händen die Nase berühren (ist schon zweien so ergangen, die ich bis jetzt getroffen habe). Falls man dann wirklich zuviel hat, gehe man ins Spital und nimmt Blutproben.

G wie Good-For-You
Dieser Spruch ging mir beim ersten Mal im 2008 schon auf den Wecker, nun ist er ein fester Bestandteil meines Vokabulars. Good-For-You-Antworten kommen meistens dann, wenn man soeben eine persönliche Errungenschaft präsentiert hat. Oder auch wenn man sagt was man alles noch machen wird. “Good for you” wird dann auch so betont, dass man in der Schweiz höchstwahrscheinlich direkt einen reingedroschen gekriegt, wenn man es in diesem Tonfall sagen würde. Good for you.

H wie Haus bauen
Die Kultur hier drüben ist wirklich sehr anderscht als ich sie kenne von der CH. Hier drüben baut so ziemlich jeder sein eigenes Haus. Platz hat es ja genug. Mein Gastbruder plant zurzeit sein Haus. Er habe grad keine Arbeit in Tofino. Skilehrer mache ihn nicht so an, da baue er doch lieber ein Haus in diesem Jahr.

I wie italienische Pizzas
Pizzas gelten hier an gewissen Orten als Spezialität. Aber warum? Die Böden sind so dick, dass man einen Schuhkarton daraus basteln könnte und er wäre wahrscheinlich noch stabilier. Der Käse der darauf ist, kann häufig als Schuhsohle verwendet werden. Ich vermisse die Pizzas von den echten Italianos.

K wie Kälte
Über Edmonton habe ich schon viel gehört, aber das was mich da oben erwarten wird ist unvorstellbare Kälte und Nässe. Vielleicht wird es auch einfach wie in Luzern, wer weiss?.

L wie Law (Gesetz)
Vor längerem passierte ein schrecklicher Unfall an einer Tankstelle. Ein Auto wollte ohne zu bezahlen abhauen. Ein Junge (warscheinlich der Tankjunge) rannte dem Auto nach und wollte für das Benzin bezahlt werden. Der Fahrer denkte jedoch nicht darn, und schleifte den Jungen 7 km unter dem Auto mit. Der Junge verstarb. (Keine Ahnung wie das genau gegangen war, aber so wurde es mir erzählt). Nun gibt es ein neues Gesetz für Tankstellen in BC, dass zuerst bezahlt werden muss, bevor getankt wird.

M wie Meine-Schulfachwahl
Wie einige Wissen, besuche ich bald die Uni. Tönt komisch, ist aber so. Immer stilvoller finde ich die Wahl des Sprachfachs “Spanisch”, was auch hier auf ziemlich grosse Fragezeichen trifft. Gehe nach Kanada, lerne Englisch und dann Spanisch, könnte wohl ein schlechter Werbespruch heissen. Sinnvoll finde ich es nachwievor.

P wie Preise
Es ist brutal, in einen Sportshop zu gehen. Hockeysachen sind so unglaublich günstig, dass es einem fast den Atem verschlägt. Eigentlich eine Frechheit. Die Europäische Weltkarte zeigt deutlich, dass China (Produktionsort) deutlich näher an Europa ist, als Kanada. Warum ist dann das Zeugs bei uns noch teuerer, obwohl wir näher in China sind?

R wie Rauchfrei
Hier drüben sind sämtliche Restaurants und Discos rauchfrei. Vorbildlich.

S wie Schulsystem
Umso länger ich mich mit dem Schulsystem der Kanadier befasse, umso unsinniger kommt es mir rein. Grundsätzlich geht jeder bis 18 in die Schule, und dann muss er halt schauen was er will. Anders gesagt, das System in der Schweiz macht sehr viel Sinn. Während hier die pupertierenden Erwachsenen in die Schule gezwungen werden und sich wahrscheinlich immer mehr mit der Schule verfeinden, können sie so in einen Beruf “flüchten”. Wieviele Prozent der Jugendlichen ist wirklich für eine längere Schulzeit bereit?

T wie Trucks 
Die Lastwagen hier sind extrem kraftvoll. Obwohl ihrer gigantischen Länge und ziemlich hohen Gewichts, düsen diese Dinger rum, als wäre das Benzin CHF 1.1/l. Auf dem Rückweg von Calgary überholte mich ein Truck mit etwa 140km/h. Ich will Truckerfahrer werden.

U wie Umhülle (oder auch Verpackungen genannt, aber das V war schon weg)
Verpackungen von Esswaren sind sehr merkwürdig. Gewisse Farben wie violett oder pink werden für gewöhnliche Esswaren verwendet und nicht etwa (nur) für Hundefutter.

V wie Verkehr
Es gibt in Canada keinen Rechtsvortritt. Jede Kreuzung ist mit Schildern versehen. Und zwar wirklich jede.

Wenn man an eine Ampel kommt, die Ampel auf rot steht und rechts abbiegen möchte, darf man das, wenn man den normalen Verkehr nicht behindert.

W wie Washroom (WC)
Aufgefallen ist es mir schon sehr bald, dass die WCs ziemlich verschieden sind. Also, die Toilette wird hier genau so gehandhabt wie in der Schweiz, das ist unbestritten. Aber die WC sind grundsätzlich nur umgeben von Trennwänden. Die Türe hat meistens etwa einen 1-2cm grossen Spalt. So sieht man praktischerweise immer, ob jemand drinnen ist, aber eben. Der eigentliche Sinn dieser Spälte konnte ich noch nicht eruieren.

Z wie zu tun
Sämtliche Bars, Restaurants, Discos, Clubs, Dancings und was auch immer, schliessen um 2 a.m. (2 Uhr morgens). Daher muss man sich beeilen, wenn man erst um 11 aufkreuzt, dass man dann auch ein oder zwei Bierschen erhält.

Ü wie Übergewichtige Menschen
Kleine Geschichte: Wir waren in einem Super Store (gigantisches Lebensmitteleinkaufszentrum (etwa so gross wie Shopping Emmen)). Als wir da an der Kasse ankamen, war eine “leicht” übergewichtige Person dort. Ich konnte nicht unterscheiden, was es jetzt war. Anhand von ihren Brüsten dachte ich, es sei eine Frau. Auf ihrem Schild stand “Chris” und die Stimme war auch ziemlich tief. Die Haare waren jedoch wieder so lang wie bei einer Frau.

Als wir dann rausliefen fragte ich Al, ganz höflich, nach Geschlecht des Kassiers/der Kassiererin. Er sagte nur:”Dount no, ju cän tschuus.” (Keine Ahnung, du kannst wählen)